Blende 100

Blende 100 Titelbild als Negativ

Die alte Kunst der Lochkamera -Fotografie geht ins Theater ! …ins Kuppeltheater!

Vor rund 200 Jahren legte Joseph Nicéphore Nièpce den Grundstein der Fotografie, wie wir sie heute kennen. 1816 gelang es ihm erstmals, mit einer transportablen Lochkamera, die Spuren des einfallenden Lichts durch lichtempfindliche Chemikalien festzuhalten. Ein dauerhaftes Abbild auf Chlorsilberpapier zu fixieren, gelang ihm jedoch noch nicht. Mittels seines späteren fotografischen Verfahrens, der Heliografie, entstand dann das älteste, bekannte Diapositiv „Blick aus dem Arbeitszimmer“. Spätere fotografische Verfahren wie die Daguerreotypie entwickelten sein Prinzip weiter.

Die Erfindung der Fotografie gipfelt in der heutigen Zeit in der großen Anzahl an Abbildungen. Circa 846 Millionen Fotos wurden 2016 weltweit täglich in sozialen Netzwerken und auf Plattformen geteilt. Die fotochemische Entwicklung von Aufnahmeverfahren war ihr Wegbereiter.

Blende 100 ist eine Reise basierend auf 1200 im Labor ausbelichteten Fotopapieren, eine Hommage an die linsenlose Fotografie, die Weiterentwicklung und die Auseinandersetzung des Camera-Obscura-Bildes mit den heutigen technischen Möglichkeiten in 360°. 

März 2016: In den zwei Monaten vor der Tour haben wir intensiv über Themenschwerpunkte nachgedacht und diskutiert. Nach der endgültigen Festlegung fing die “Arbeit” erst richtig an. Wo finden wir die Orte und Plätze zu den Themen in geografisch ansprechender Entfernung?

„Neu und Alt“: Bei diesem Thema interessierte uns die Belichtung der Kontraste zwischen scheinbar wüsten, trümmerartigen Motiven, alten Gebäuden, schroffen Oberflächen und glatten, ebenen, neu aussehenden Konstruktionen und Architektur. Mit der Thematik „Weltkulturerbe“, widmeten wir uns den vielen monumentalen, historisch bedeutungsvollen Gebäuden, Wahrzeichen und Orten. Nach etlichen Recherchen und Telefonaten zwecks Fotogenehmigungen, konnte die Reise beginnen.

Mai 2016: Während der Tour

Auf Geht's

Alter Markt, Bremen: Nach Stau und Fahrt über Landstraßen endlich angekommen. Jetzt noch die Kamera mit Negativen bestücken und ... nach dem ersten Schreck konnten wir die abgelöste Blende wieder fixieren. Erste-Hilfe-Maßnahme: Klebeband! Hoffentlich hat das Negativ kein Licht abbekommen.

weiter zum Museumshafen, Bremerhaven

Zurück in Hamburg und ab ins Labor. Die Erste-Hilfe-Maßnahme hatte sich bewehrt und die Blende wurde noch am gleichen Abend wetterfest fixiert.

Zwei Tage später, nach einem Abstecher über Wolfsburg, trafen wir bei der Grünen Zitadelle in Magdeburg ein.

Auf der Suche nach einer günstigen Tankstelle Magdeburg: „Hast Du die Brücke gesehen, an der wir gerade vorbeigefahren sind?“ „Nee, aber vor mir aus können wir da hin.“ Vollgetankt ging es zurück zur Sternbrücke.

Wieder in Hamburg geht es ... ins Labor

Zwei Tage später: Bei bestem Sonnenschein machten wir uns auf den Weg nach Sankt Peter-Ording.

Nach dem ersten 360° Bild, fängt es natürlich an zu regnen. Die sehr abwechslungsreiche Fallgeschwindigkeit gab uns jedoch die Möglichkeit, unsere Handlungskompetenzen im Bereich rainproof - packaging zu prüfen. In verschiedensten Geschwindigkeiten. Die Kamera blieb unversehrt.

Auf dem Rückweg zum Parkplatz werden wir bereits erwartet. Nach einer kleinen Stärkung im Fischbüdchen, geht es wieder zurück nach Hamburg …

...ins Labor.

.Im Anschluss an einen Reifenwechsel, geht es am folgenden Tag auf nach Nordrhein-Westfalen.

Nach einem fotografischen Besuch auf dem  Friedensplatz in Dortmund, ging es weiter zur Burgruine Hohensyburg.

In Düsseldorf wurden wir mit Altbier empfangen und einem großartigen Frühstück verabschiedet. Von den Gerybauten und der Kaiserswerth ging es dann weiter nach Essen zum Weltkulturerbe Zeche Zollverein. Hier werden wir vom Sound einer Open-Air-Party begrüßt. Angenehm.

Zurück in Hamburg, noch am gleichen Abend ganz komfortabel mit Kaffee ins Labor, um nach acht Stunden müde und zufrieden die Bilder auf dem Trockner zu wissen.

Zwei Tage später geht es los Richtung Thüringen, genauer gesagt Jena.

„Wollen wir nicht einen Umweg über die Wartburg machen?“

Da wir für ein 360° Camera Obscura Bild, jeweils 6 - 12 Negative belichten, ist der stete Wechsel der Negative obligat.

Destination: Wartburg

"Ist ja noch nicht so spät, das Weltkulturerbe Bauhaus in Weimar schaffen wir noch."
Auf Grund von Platzmangel zogen wir jedoch unverrichteter Dinge von dannen. „Aber da, die kleine Brücke in der Nähe, lass uns die noch schnell fotografieren.“

Auf eine sehr kurze Nacht in Jena folgte die Weiterfahrt nach Dresden.
„Du, in der Packung ist nur noch ein Negativ! Ich habe doch eine ganze Packung eingesteckt!“ Nachdem das ganze Auto mehrmals durchsucht wurde: „Hilft nichts, die habe ich wohl in Hamburg vergessen. Verdammt!“ In Dresden konnte zum Glück eine ganz großartige Eisdiele gefunden und das Gemüt in einen verträglichen Zustand zurückgeführt werden.

Auf dem Rückweg in die Hansestadt wurden wir ab Berlin vom Sonnenuntergang begleitet.

Mit Rotlicht durch die Nacht ... und ja, Tatsache: die Negative lagen in Hamburg im Labor.

Blende 100

Foto:

Blende 100

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Blende 100

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Aus dem Arbeitszimmer des Erfinders Joseph Nièpce führen die Lichtbilder von Blende 100 den Zuschauer in eine andere Welt, geprägt von Backsteinbauten, Burgen, Ruinen, Fachwerk sowie Neubau, Stahlbeton und Glas, kontrastiert mit naturbelassenen Orten.

Musikalisch begleitet von: Alexander Raytchev und Bruna Sampaio Neves

Trailer